GNV, Moby und Tirrenia verbinden Genua mit Sizilien, Sardinien, Tunesien und Spanien
Wer mit dem eigenen Auto über den Gotthard nach Süden fährt, findet in Genua eine der grössten Fähranlegestellen des westlichen Mittelmeers – von hier führen Linien nach Sizilien, Sardinien, Tunesien und Spanien, mit Anschlussmöglichkeit sogar nach Marokko. Kein anderer grosser italienischer Fährhafen liegt für Schweizer Reisende näher an der eigenen Autobahn.
11–24 Std. (je nach Zielhafen)Dauer
ab 28 €Preise
GenuaRoute
Fahrplan
Alle Genua-RoutenGültig Fahrpläne 2026 sind dynamisch über die Buchungsportale gnv.it, moby.it und tirrenia.it einsehbar; keine statischen Textfahrpläne verfügbar.
Genua zählt neben Livorno und Civitavecchia zu den meistfrequentierten Fährhäfen Italiens im westlichen Mittelmeer: Rund 2,5 Millionen Passagiere und 700'000 Fahrzeuge werden hier jährlich abgefertigt, verteilt auf fünf Passagierterminals, die von der Hafenbehörde Autorità di Sistema Portuale Mar Ligure Occidentale verwaltet werden. Hauptreederei ist GNV (Grandi Navi Veloci), Teil der MSC-Gruppe, mit einer Flotte von über 24 benannten Schiffen. Wer online recherchiert, stösst gelegentlich auf die Annahme, auch Grimaldi Lines lege in Genua ab – das trifft nicht zu: Grimaldi bedient seine Sardinien-, Sizilien- und Griechenland-Routen von anderen italienischen Häfen aus, namentlich Livorno, Civitavecchia, Brindisi und Ancona. Ab Genua selbst sind stattdessen GNV, Moby und Tirrenia aktiv, die sich vor allem die Verbindungen nach Sardinien teilen.
Ein Hafen, fünf Länder: Von Genua aus erreicht man Sizilien in 20, Sardinien in 11 und Tunesien in 24 Stunden.
Höhepunkte der Fahrt
01
Einzige ganzjährige Sizilien-Route ab Genua: GNV nach Palermo, ca. 20 Std. 30 Min.
02
Grimaldi Lines legt entgegen verbreiteter Annahme NICHT in Genua ab – die Reederei startet von Livorno, Civitavecchia, Brindisi oder Ancona
03
Drei Reedereien (GNV, Moby, Tirrenia) teilen sich die Sardinien-Routen nach Olbia und Porto Torres
04
Genua–Barcelona dient GNV zugleich als Zubringer für die Weiterfahrt nach Marokko (Nador/Tanger Med)
Route auf der KarteRoute
Die einzige ganzjährige Sizilien-Verbindung ist Genua–Palermo (GNV): 6 bis 7 wöchentliche Abfahrten, Fahrzeit rund 20 Stunden 30 Minuten. Nach Sardinien fahren gleich drei Reedereien: GNV bedient Genua–Olbia und Genua–Porto Torres saisonal von Mai bis Oktober in 11 bis 13 Stunden, Moby ergänzt Genua–Olbia im selben Zeitraum (Saison 2026: 07.05.–02.11.), während Tirrenia als einzige Reederei die Strecke Genua–Porto Torres ganzjährig als Nachtfähre führt. Die längste Linie ab Genua verläuft nach Tunis: 23 Stunden 45 Minuten, ganzjährig, mit Fahrzeug- und Haustiertransport. Nach Barcelona dauert die Überfahrt 20 bis 21,5 Stunden, ebenfalls ganzjährig – GNV bewirbt diese Route zusätzlich als Zubringer für die Weiterfahrt nach Nador oder Tanger Med in Marokko.
Service an BordUnterwegs
Auf den Langstrecken nach Tunis und Barcelona stehen Restaurant und Bar zur Verfügung, dazu Innen-, Aussen- und Suitenkabinen je nach Schiff. Alle drei Reedereien transportieren Fahrzeuge, Motorräder und Wohnmobile; Haustiere reisen mit gültigem EU-Heimtierausweis mit. Das GNV-Fährterminal liegt am Piazzale dei Traghetti Iqbal Masih 5 (Varco Albertazzi) – eines von insgesamt fünf Terminals, wobei Calata Chiappella, Ponte Caracciolo und Ponte Colombo fast ausschliesslich dem Fährverkehr dienen.
Restaurant_bar — Auf allen GNV-Langstreckenschiffen (u. a. Genua-Tunis, Genua-Barcelona) vorhanden.
Kabinen — Innen-, Aussen- und Suitenkabinen buchbar, abhängig von Route und Schiff.
Fahrzeuge_camper — Alle genannten Reedereien transportieren PKW, Motorräder und Wohnmobile.
Haustiere — Fahrzeug- und Haustiertransport möglich; Reisedokumente gemäss EU-Heimtierausweis nötig für Fahrten in die EU.
In den Zielhäfen
Palermo empfängt Reisende nach der längsten Standardüberfahrt ab Genua direkt an der sizilianischen Nordküste. Da GNV diese Route als einzige ganzjährig anbietet, ist Palermo unter den fünf Zielen ab Genua die verlässlichste Verbindung ausserhalb der Sommersaison.
Olbia (Isola Bianca) und Porto Torres liegen beide an der sardischen Nordküste und werden je nach Saison von bis zu drei Reedereien angefahren. Wer ausserhalb der GNV-/Moby-Saison (Mai–Oktober) reist, weicht auf die ganzjährige Tirrenia-Nachtfähre nach Porto Torres aus.
Tunis (La Goulette) und Barcelona (Moll de Sant Bertran) sind die beiden Langstrecken-Ziele ab Genua ausserhalb Italiens. Von Barcelona aus lässt sich die Reise mit einer Anschlussfähre bis nach Marokko fortsetzen – für Reisende, die über Genua nach Nordafrika wollen, ohne den Umweg über die Strasse von Gibraltar.
Anreise zum Hafen
Anleger
Fährterminal Piazzale dei Traghetti Iqbal Masih 5 (Varco Albertazzi); die Stazioni Marittime S.p.A. betreibt fünf Passagierterminals, wovon Calata Chiappella, Ponte Caracciolo und Ponte Colombo dem Fährverkehr dienen.
ÖV
Genova Piazza Principe ist der nächstgelegene Bahnhof (rund 700 m bis 1,5 km, je nach Terminal), verbunden über Buslinie 20 oder den Shuttlebus Volabus. Der Flughafen Genua Cristoforo Colombo liegt ca. 5–8 km entfernt, ebenfalls per Volabus-Shuttle erreichbar (alle 45 Min.).
Mit dem Auto
Von der Schweiz aus über die A2 (Gotthard) und weiter A7 Richtung Genua Ovest erreichbar, oder via A26/A10 aus Richtung Westen bzw. A12 aus Richtung Osten. Ausfahrt Genova Ovest, danach ausgeschildert Richtung Terminal Crociere/Terminal Traghetti.
Von der Schweiz aus führt die kürzeste Route über den Gotthard (A2) und weiter über die A7 bis zur Ausfahrt Genova Ovest, danach der Beschilderung Richtung Terminal Traghetti folgen. Alternative Zufahrten bestehen über die A10/A26 (aus Westen) oder die A12 (aus Osten). Ohne eigenes Fahrzeug erreicht man den Hafen vom Bahnhof Genova Piazza Principe aus (rund 700 m bis 1,5 km, je nach Terminal) mit der Buslinie 20 oder dem Shuttlebus Volabus; der Flughafen Genua Cristoforo Colombo liegt 5 bis 8 km entfernt und ist ebenfalls per Volabus im 45-Minuten-Takt angebunden.